Alessandro A. Palmitessa


Hörproben (MP3):

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AGNES ERKENS Gesang
STEVE NOBLES Piano
ALESSANDRO PALMITESSA Klarinette

Programm-Darstellung:
chai - ani ohevet otcha - (Lieder aus Zeit- und Stylepochen der jüdischen Kultur (gesungen in Hebräisch und Ladino) ist eine musikalische Reise, die drei historisch prägnante Zeitepochen der jüdischen Kultur in Dichtung, Musik und Gesang darstellt. Sie beginnt in einer Zeit, die einige tausend Jahre zurückliegt und in der unsere abendländische Geschichte, unsere Kultur und die Religionen Judentum, Christentum und Islam wurzeln.
Und so wir im ersten Programmteil - Vom Exil zur Befreiung - mit Psalmen und Liedern Israels, der Exodus besungen. Es sind dies mit die ältesten überlieferten Lieddichtungen und geistlichen Gesänge Israels die wir kennen und in ihnen finden die Empfindungen des Weges - Vom Exil zur Befreiung - ihren Ausdruck.

Das Hohelied Salomo - shir hashirim - wird im zweiten Teil des Programms - Tempelbau und Blütezeit - dargestellt. Das Hohelied der Liebe, shir hashirim, das Lied der Lieder genannt, wird König Salomo zugeschrieben. Er erbaute den Tempel und unter seiner Herrschaft erlebte das israelitische Volk eine Blütezeit.
Das Hohelied beschäftigt über Jahrtausende hinweg die Menschen abendländischer Kulturen und Religionen und so ist und unterliegt seine Bedeutung ganz unterschiedlichen Interpretationen. In der jüdischen Kultur versteht es sich als geistliche und weltliche Liebeslyrik, als die Liebe Gottes, die Vermählung mit seinem Volk, der Braut Jerusalem.

Sephardische und orientalische Lieder - Das goldene Zeitalter - gestalten den letzten Teil des Programms. Mit der islamischen Eroberung Spaniens im frühen Mittelalter erlebte das spanisch-jüdische Volk, die Sepharden, das "Goldene Zeitalter".

Durch das tolerante Zusammenleben der arabisch-islamischen und spanisch-jüdischen Kulturen fand eine kulturelle und wissenschaftlich einzigartige Befruchtung statt. Es entstand ein außergewöhnliches Liedgut, in dem die unterschiedlich blühenden Kulturen musikalisch miteinander

hamashiach - Ich bin die Auferstehung und das Leben jüdisch/christliche Lieder (gesungen in Hebräisch und Ladino) ist die gesangliche Darstellung der biblischen Geschichte des Christentums. Und so beginnt der erste Teil des Programms mit der Verheißung und Ankündigung des Messias durch die Propheten, besungen mit Psalmen und Liedern aus z.B. Jesajah und Maleachi.
Der zweite Programmteil stellt die Geschichte von Jesus dar, beginnend mit der Ankündigung durch Johannes dem Täufer, der Wahl der Apostel, das Wirken, Lehren und Heilen Jesu, bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung. Die Gottesmutter, Maria, erfährt innerhalb des Programms eine besondere Huldigung und Ehrerbietung.

Beide Programme verstehen sich sowohl historisch und inhaltlich aufeinander folgend als auch unabhängig voneinander und als Rück- Besinnung und Verständnis über das gemeinsame geistliche, jüdisch/ christliche Erbe sowie dem, der drei abendländischen Religionen bzw. der gemeinsamen Wiege des s.g. "fruchtbaren Halbmondes". Anders ausgedrückt, liegt das Motiv in der Vermittlung des gemeinsamen Gottesverständnis "Dein Gott, ist mein Gott" und der daraus resultierenden Essenz "Die Liebe ist die größte Religion".

AGNES ERKENS: Vorstellung meiner künstlerischen, musikalischen Arbeit

Ich, Agnes Erkens begann meine klassische Gesangsausbildung im Jahre 1994. Zeitgleich dieser Ausbildung begann ich mit den langjährigen Studien der Weltreligionen mit dem Schwerpunkt des Studiums der abendländischen Religionen, deren Geschichte und Kultur sowie den Mystiken des Juden- und Christentums.

Dieser Bildungsweg erschloss mir nicht nur ein überkonfessionelles Religionsbewusstsein sondern auch den Geist der Ökumene durch die "Rückbesinnung bzw. die Ergründung" der gemeinsamen religiösen und spirituellen Wurzeln der abendländischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Darüber hinaus ermöglichte diese Auseinandersetzung und deren Erkenntnisse mir persönlich ein Gottesbewusstsein, befreit von alten, überlieferten und dogmatischen Machtstrukturen und dem, was sich im Laufe der Geschichte als "politisches Bild Gottes" aufgebaut hat und noch heute Wirkung hat (man betrachte die aktuellen Gründe der Machthaber - Krieg im Namen Gottes zu führen).

Diese Wirkungen und Auswirkung begründen sich für mich jedoch eher in dem fehlenden Wissen um das gemeinsame geistliche Erbe und den gemeinsamen Wurzeln sowie dem damit einhergehenden Bewusstsein, Denken und Handeln. Hieraus entwickelte sich meine künstlerische, musikalische Arbeit, das kulturelle, religiöse und gemeinsame, biblische Erbe des Juden- und Christentums, und des Islam, neu zu beleben und zu interpretieren, und miteinander zu verbinden. Dadurch auch aufklärend und künstlerisch vermittelnd zu wirken ist eine wesentliche und sehr entscheidende Motivation, gegen die antisemitischen Gedanken und Taten.

In jahrelanger Recherche und meinem Aufenthalt in Israel sammelte ich jüdisches, biblischäshebräisches und sephardisches (Ladino/judenspanisches) Liedgut, (zum Teil über jahrtausende überliefertes) aus Israel, den USA, Spanien, Portugal, anderen Mittelmeerländern und dem Orient.

Aus diesem musikalisch einzigartigen Fundus erarbeitete ich an Hand der kulturellen Geschichte, mit den dazugehörigen Liedern und Gesängen eine musikalische Reise durch die Zeit- und Stil- epochen der jüdischen Kultur - ani ohevet otcha, gesungen in Hebräisch und Ladino; und somit, eine Reise zu den gemeinsamen Wurzeln des Judentums, Christentums und des Islam.

In Zusammenarbeit mit dem Musiker, dem Pianisten, Komponisten und Liedbegleiter Steve Nobles (geb. USA, Texas) erarbeiteten und arrangierten wir die Liedbegleitung unter diesem Bewusstsein und dem Erbe entsprechend, völlig neu. Einige Zeit später kam der Klarinettist und Komponist Alessandro Palmitessa, (geb. Apulien, Italien) dazu, und die gemeinsame musikalische Erarbeitung der Klarinettenbegleitung und deren Arrangements.

Im Jahr 2001 stellte ich dem Kulturamt der Stadt Köln meine (unsere) Arbeit vor. Ich bekam meine offizielle Anerkennung als Künstlerin für interkulturellen Austausch. Im April 2002 eröffneten wir unter Anerkennung und mit Unterstützung der KulturStiftung NRW mit einem Liederabend die jüdischen Kulturtage Rheinland (das Konzert war ausverkauft und fand große Anerkennung - ein wirklicher Erfolg).

Es folgten Auftritt, vor allem zu Gedenktagen wie dem 9. November, Reichspogromnacht, dem 27. Januar, der Auschwitz Befreiung u.a., sowie Konzerte zur Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit. (In der beiliegenden Darstellungsmappe finden Sie Referenzen, Presseberichte und Kritiken.)

Von Januar bis Mai 2003 waren wir in der Friedensbewegung und den Antikriegsveranstaltungen tätig sowie in Gottesdiensten und Veranstaltungen für das Verständnis der Ökumene.

Von April bis Juni 2004 begleiteten und gestalteten meine hebräischen Lieder und Gesänge die die Ausstellung "Marc Chagall, un maestro del Novecento" in der Galleria d'Arte Moderna in Turin, Italien.

Zur christlichen Religion erarbeiteten wir ein weiteres Liederprogramm "hamashiach - der Messias". "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", erzählt die Geschichte von Jesus Christus, seinem Weg und seinemWirken, bis zur Auferstehung mit jüdisch/christlichen Liedern, gesungen in Hebräisch.

Beide Programme verstehen sich sowohl historisch und inhaltlich aufeinander folgend als auch unabhängig voneinander als Rückbesinnung und Verständnis des gemeinsamen geistlichen Erbe.

Den völker- und Religionsverbindenden Schwerpunkt dieser künstlerischen, musikalischen Arbeit möchte ich vor allem aber durch die musikalische Einzigartigkeit und Schönheit dieser Lieder und Gesänge ausdrücken. Denn in ihnen wird die Verschmelzung und die Verbindung der Völker und Religionen erlebbar und fühlbar und deren gemeinsamer Geist findbar.

Agnes Erkens

Zu den Künstlern

Agnes Erkens (Mezzosopranistin) wurde in Braunsrath geboren. Ihre Gesangsausbildung begann sie 1994 in Köln. Ausgangs- und Schwerpunkt war die stimmbildnerische Grundlagenarbeit des funktionalen Stimmtrainings nach C. Reid (NewYork). Seit 1997 ist sie Schülerin der Sängerin und Gesangslehrerin Sibylle Schoppmann in Linz und belegt seit dieser Zeit die Kurse für Stimme, Atem und Bewegung bei Prof. Renate Peter in Köln. Seit 2003 belegt Sie Workshops und Seminare des Kristin Linklater Trainings sowie der Alexander-Technik.

Ihr besonderes Interesse, ihre Hingabe und Liebe gilt dem klassischen Liedgesang, (bevorzugt J. Brahms, F. Mendelssohn Bartholdy, G. Mahler) und der geistlichen Musik, ganz besonders dem hebräischen und sephardischen Liedgesang sowie altspanischen/portugiesischen Gesängen und Cantigas (A Capella).

Den Zugang zur hebräisch/jüdischen und christlichen Musik erschloss sie sich durch ihre langjährigen Studien der Geisteswissenschaften und der Weltreligionen, insbesondere der Religion und Mystik des Juden-und Christentums.

Der damit verbundene persönliche, spirituelle Weg - die Lehre der universellen Kabbala, der Weg und die Lehre Christi und des Vedanta - findet sich in ihrem Gesang wieder und bestimmt ihren ganz besonderen Ausdruck.

Als Solistin gibt Agnes Erkens öffentliche Konzerte und Liederabende. Sie gestaltet gesanglich Gottesdienste, unterstützt und begleitet Trauerfeiern, Hochzeiten und Taufen sowie andere individuelle Anlässe und arbeitet mit Künstlern im Bereich Literatur und darstellende Kunst.

Steve Nobles, Pianist und Komponist, wurde als Sohn eines babtistischen Pfarrers in Fort Worth, Texas,geboren. Bereits im Alter von 5 Jahren begann er seine Ausbildung als Kirchenmusiker. 1983 kam Steve Nobles nach Europa. Heute lebt und arbeitet er in der BRD, in Köln, wo er ein gefragter und erfolgreicher Komponisten und Liedbegleiter wurde für diverse TV-Shows, Bühnenprogramme und Liederabende.

Steve Nobles arbeitete mit Künstlern wie Dirk Bach, Ilja Richter, Georgette Dee, Pe Werner und vielen anderen; und er schrieb ein Musical.

Die Zusammenarbeit mit der Sängerin Agnes Erkens als Liedbegleiter und Arrangeur begann im Jahre 1999. Hier drückt er seine in der Kindheit bereits beginnende musikalische Spiritualität auf neue und eigene besonders sensible Weise am Piano und in den Arrangements aus.

Alessandro Palmitessa

Alessandro Palmitessa wurde 1969 in Atina/Italien geboren. Er ist Klarinettist, Saxophonist und Komponist. In Italien, an der Musikhochschule "N. Piccinni" in Monopoli (Bari) und in Siena, studierte er Jazz und klassisches Saxophon. Bei ³Siena Jazz², in Siena, erlangte er das Diplom: ³High Professional Qualification in Jazz Music and Contemporary Derivation².

Er studierte Jazz mit: Gianluigi Trovesi, Pietro Tonolo, Mario Raja, Furio Di Castri, Rudj Migliardi, Stefano Zenni, Claudio Fasoli, Bruno Tommaso, Marcello Piras, Giorgio Gaslini, Jerry Bergonzi, Enrico Rava, Bob Mover, J.Mc. Pherson, Tim Berne. Beim "SanntıAnnarresi Jazz Festival/Workshop³ (Sardinien-Italien) hat Alessandro Palmitessa ein Stipendium bekommen. Er spielte in Italien und Deutschland bei Musikfestivals, Theateraufführungen und im WDR-Hörfunk. Seit 1998 lebt und arbeitet er in Köln. Hier gründete er das "Menschensinfonieorchester", dessen Leiter und Arrangeur er ist. Dieses Orchester besteht aus obdachlosen und nichtobdachlosen Musikern und Profimusikern. Im Jahr 2001 begann Alessandro Palmitessa die Zusammen- arbeit mit der Sängerin Agnes Erkens und dem Pianisten Steve Nobles als Klarinettist und Arrangeur.