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23.12.2006

Jazz inside

     

Info (PDF, 243k)




22. - 23. Dezember 2006 : Jazz Inside

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Kölnische Rundschau, 24.11.2006

Besondere Musik an einem besonderen Ort
"Wir sind an einem besonderen Ort mit einem besonderen Orchester, das eine besondere Musik spielt." So erlebte Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes die Präsentation von "Balla con me - Tanz mit mir", der zweiten CD des Kölner Menschensinfonieorchesters. Profimusiker, Straßenmusiker und ehemalige Obdachlose brachten am Mittwochabend die Kuppel des P&C-Weltstadthauses zum Kochen. Das bundesweit einzigartige Musikprojekt wurde 2001 von Hans Mörtter , dem Pfarrer der Lutherkirche in der Südstadt, und dem Jazzmusiker Alessandro Palmitessa ins Leben gerufen und wird vom Förderverein der Lutherkirche "Südstadt-Leben e.V." getragen. Benjamin Schüller , einer der Geschäftsführer von Peek und Cloppenburg und Mitorganisator des Konzerts, freute sich mit Regisseur Sönke Wortmann und Hobbytheker Jean Pütz über die mitreißende Musik. Die CD zum Preis von 15 Euro kann bestellt werden unter Telefon 3 76 29 90.




Kaufen und Anhören! Die neue CD des Kölner Menschensinfonieorchesters

Die Kuppel des "Weltstadthauses" von P&C ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich.
Die Idee zur Gründung des Menschensinfonieorchesters hatte der Profimusiker Alessandro Palmitessa im Jahr 1999. Zusammen mit Hans Mörtter, dem Pfarrer der evangelischen Lutherkirche in der Südstadt wurde diese Idee weiter gesponnen und entwickelt.

So wurde das Menschensinfonieorchester "geboren"
Niemand hätte damit gerechnet, dass dieses Orchester aus obdachlosen und nicht-obdachlosen Musikern, das Palmitessa gründete, einen solchen Erfolg erleben würde. Dass bei der ersten CD, die die Gruppe produzierte, Helmut Zerlett oder Markus Stockhausen gern als Gast-Musiker auftreten würden, große, überregionale Medien sich für das Projekt interessierten und Anfragen für Auftritte der Gruppe gar aus Tschechien einlaufen würden. Und doch: Genauso war es. Mehr noch: Jetzt hat dieses bundesweit einmalige Orchester die zweite CD aufgenommen - ein perfektes Weihnachtsgeschenk (für 15 Euro zu beziehen unter Telefon 0221/376 29 90). Das Orchester hat sich übrigens den Namen "Menschensinfonieorchester", kurz MSO gegeben.

Präsentation der zweiten CD über den Dächern von Köln
"Dat war geil", sagt einer der Musiker, von Mörtter nach der CD-Produktion gefragt und lässt offensichtlich glücklich den Blick über Kölns beleuchtete Dächer schweifen. Denn die Präsentation der zweiten CD des Menschensinfonieorchesters, unterstützt von Sönke Wortmann, Jean Pütz und anderen Kölner "Promis", findet im Dachgeschoss des Weltstadthauses (oder Peek und Cloppenburg) neben der Antonitercitykirche - die den Kontakt auch vermittelt hat - statt. "Ein besonderer Ort für ein besonderes Orchester, das eine besondere Musik spielt", findet auch Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, die neben Andreas Hupke, dem Bezirksvorsteher im Kölner Stadtbezirk Innenstadt betont, wie stolz die Stadt Köln auf ein solches Projekt sein kann.

Besondere Musik?
In der Tat. Fünf verschiedene Percussionisten geben der Musik ihren besonderen Rhythmus, zwei Querflöten, ein Keyboard, Posaune, Saxofon, Trompete, Gitarre Sitar und ein selbst gebauter Bass - und all das gespielt von Menschen unterschiedlichster Nationalität, in unterschiedlichen Lebenssituationen, vom Obdachlosen bis zum Profimusiker. Sängerinnen und Sänger wechseln sich ab, viele Titel haben die Band-Mitglieder selbst komponiert. Und eins ist klar: Das ist keine "Assi"-Musik, das ist hoch professionell. Dafür bürgt bei der neuen CD nicht nur - wie immer - Alessandro Palmitessa mit seinem Saxofon, nein: Auch dem prominenten Gastmusiker merkt man an, dass er enormen Spaß an der professionellen Spielfreude all dieser Menschen auf der Bühne hat.

Und der ist in Köln wahrlich kein Unbekannter: Stephan Brings heißt er - und wenn er mit auf der Bühne steht, klingt das, als sei es nie anders gewesen. Profimusiker ist ja auch Klaus von Wrochem, der mit seiner Geige die Band ebenfalls von Anfang an begleitet.

"Gute Musik, fantastische Musik!"
Aus diesem scheinbar unmöglichen Projekt "Menschensinfonieorchester" ist eine Erfolgsgeschichte geworden, über die Band-Leiter Palmitessa noch immer ganz erstaunt ist: "Dass wir heute hier - fast im Himmel - sind, ist wirklich ein Wunder. Das konnte nur ein Pastor bewirken", sagte er mit Blick in die Glaskuppel des Weltstadthauses. Der "Pastor" sieht das alles weitaus pragmatischer: Er will nichts mehr hören von dieser "Obdachlosenkiste" - und meint damit eine "Schublade", in die das Orchester immer wieder "gesteckt" werde. Nein. "Das ist gute Musik, fantastische Musik", ruft er aus. Und: "Nur darum geht es!"

Swing plus Tarantella plus HipHop
Palmitessa stimmt zu: Das Orchester existiere nur, weil sein Publikum offen genug war, eben dieses Schubladendenken hinter sich zu lassen. Diese Aussagen werden beispielsweise mit einem Titel wie dem von Christiane - der Trompeterin im Orchester - komponierten Lied über die Zwiebeln, "ganz gemeines Pack", vor allem, wenn man sie schneiden muss, unter Beweis gestellt: Musikalische Definition dieses Liedes, das die Komponistin übrigens auch noch selbst virtuos auf kölsch und englisch singt: "Swing plus Tarantella plus HipHop".

Oder das persische Lied, das beim Live-Auftritt sanft über Kölns Dächern zu schweben schien: Nur eine menschliche Stimme, Percussion und ein Saxofon. Das ist Musik zum Träumen.

Es geht um Musik. Und es geht um Menschen.
Mörtter und Palmitessa erinnern zum Beispiel an Dirk und Uwe, Gründungsmitglieder der Band. Beide machten "Platte". Und beide sind tot. Einer von ihnen starb, "klassisch", wie Mörtter erzählt: Er wollte einen Entzug machen und sich vorher "noch mal was gönnen". Aber er war arm. Und Arme "bekommen nur den schlechtesten Stoff." Da krepiert einer dann schneller als jemand, der sich "das teure Zeug leisten kann." Für alle ist klar "Dirk und Uwe reisen mit uns."

Reisen, das ist im mehrfachen Sinn zu verstehen: Die Reisen des Orchesters zu Gastauftritten - zuletzt etwa nach Bottrop, das Reisen durch die Musikstile auf der wirklich hörenswerten CD. Und das Reisen in Gedanken und Räumen, zwischen Armut und Geld, zwischen Spaß und Ernst, zwischen den Musikstilen - und immer nur von einem bestimmt: Vom Spaß an der Musik.

Die neue CD
heißt "Tanz mit mir - balla con me", und kann hier auch im Internet bestellt werden. Hören Sie es sich an, verschenken Sie die CD, für 15 Euro zu beziehen unter Telefon 0221/376 29 90. Und übrigens: Man kann die Band auch jederzeit buchen.

Und noch ein Tipp: Die Musiker des Menschensinfonieorchesters spielen auch immer mal wieder beim kostenlosen Kölner Obdachlosenfrühstück im Vringstreff.

Verweise zum Artikel
http://www.lutherkirche-koeln.de http://www.vringstreff.de/ http://www.menschensinfonieorchester.de/mso-cd06.htm http://www.menschensinfonieorchester.de http://www.antonitercitykirche.de/ http://www.menschensinfonieorchester.de/buchen-form.htm http://www.kirche-koeln.de/aktuell/artikel.php?keyword=&id=1070&archiv




Der HISTORY-Award 2006 von THE HISTORY CHANNEL® Deutschland geht an Köln:
Projekt "Navajos und Edelweißpiraten"

"Es war in Schanghai" Musik-CD/DVD/Buch
http://www.edelweisspiratenfestival.de/

Das CD-Buch mit 18 Songs, ausführlichen Hintergrundinformationen, Fotos und einer Film-Dokumentation auf DVD, ist seit dem 27. November im NS-Dokumentationzentrum erhältlich - www.nsdok.de
Ein Projekt des: Verein EL-DE-Haus e.V. in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum
Gefördert durch die Imhoff-Stiftung

Kontakt:
Musik/Presse:
Jan Krauthäuser: 0221/9322211 - jan@humba.de
Historisches/NS Dok.:
Martin Rüther: 02205/5175 - martin-ruether@t-online.de
http://www.edelweisspiratenfestival.de/schanghai.html

»Es war in Schanghai«, CD-Titelliste:

01 Jean Jülich - Es war in Schanghai
02 La Papa Verde - Wir waren schon hier und dort
03 Mr. Carl feat. Bantu - In Junkers Kneipe
04 werle & stankowski - Wir saßen in Johnnys Spelunke
05 Onejiru - Turm rmx
06 Tanja i Towarischi - Schließ Aug und Ohr
07 Tonshmide - Im Morgennebel
08 Microphone Mafia feat. Shana - Tscherkessenlied
09 Konterbande - Wenn die Sirenen in Hamburg ertönen
10 Harald »Sack« Ziegler - Hohe Tannen
11 Bam Bam Babylon Bajasch - Do steht ene Schutzmann
12 Sedlmeir - An Rhein und Ruhr marschieren wir
13 Der Läufer - Der Turm
14 Jona - Aus grauer Städte Mauern
15 Menschensinfonieorchester - Wilde Gesellen
16 Mucki Koch, Peter und Helga Schäfer & SakkoKolonia - En der Blech
17 Jülich & Schilling - Drei gute Kameraden

München, 10. Oktober 2006
Der diesjährige Geschichtspreis von THE HISTORY CHANNEL geht an das Kölner Projekt "Navajos und Edelweißpiraten - Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933-1945". Damit setzt sich das Kölner NS-Dokumentationszentrum mit seiner Einreichung zum History-Award 2006 gegen rund einhundert Städte aus elf Bundesländern durch. Neben dem Kölner Projekt befanden sich in der Runde der zehn Finalisten Projekte aus den Städten Dortmund, Hamburg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Nürnberg, Straubing, Wetzlar und Wuppertal. Hamburg belegt mit dem Projekt "Ballinstadt" den zweiten und Nürnberg mit dem Projekt "Albrecht Dürer-Stadt" den dritten Platz in der Bewertung durch die Jury. Der History-Award für den Sieger wird Ende Oktober in Köln verliehen.

Zum Thema des Wettbewerbs "Persönlichkeiten, Städte, Geschichte" wurden Projekte gesucht, mit denen an je eine Person oder Personengruppe erinnert wird, deren Leistung, Lebensweg oder Schicksal besonders bedeutsam waren. Weder die Größe der Stadt oder des Projekts, noch der Grad der Bekanntheit der betreffenden Person oder Gruppe spielten eine Rolle bei der Bewertung. Wichtig war und ist die möglichst kreative und innovative Herangehensweise an die jeweilige Thematik. Das maßgebliche Ziel, das der HISTORY CHANNEL mit seinem zu jährlich wechselnden Themen ausgeschriebenen Geschichtspreis verfolgt, ist die Anerkennung von Bemühungen um das Thema Geschichte und um die Vermittlung derselben an die Bevölkerung. Der Schirmherr des diesjährigen History-Awards ist der Präsident des Deutschen Städtetages, Christian Ude. Unterstützt wird der Geschichtspreis in diesem Jahr von T-Online, dem Partner des History Channel bei der Verbreitung über Internetportal-TV und Video on Demand.

Das Projekt des Kölner NS-Dokumentationszentrums, "Navajos und Edelweißpiraten - Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933-1945", befasst sich mit Kölner Jugendgruppen, die sich bewusst abseits der Hitlerjugend zusammenfanden und jugendliches Verhalten anders interpretierten als es das Regime vorgab. Die aktive Erinnerung an diese Jugendgruppen und deren vom unpolitischen bis hin zum Widerstand reichenden Verhalten hat sich das NS-Dokumentationszentrum seit 2004 zur Aufgabe gemacht. Adressat dieser Arbeit sind die heutigen Jugendlichen, weswegen die "jugendkompatible" Aufarbeitung der Thematik im Vordergrund steht. Die Arbeit hatte zudem eine Impuls gebende Wirkung für die wissenschaftliche Forschung.

Einige Elemente des vielseitigen Projekts sind im Internet aufbereitet und können unter anderem auf den folgenden Seiten besucht werden:
http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0404_edelweiss
www.museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_0411_schanghai_neu
www.edelweisspiratenfestival.de
www.eg.nsdok.de
www.nsdok.de

Der als Jury eingesetzte wissenschaftliche Beirat des HISTORY CHANNEL um Guido Knopp (ZDF), Helmut Markwort (FOCUS) und Universitätsprofessoren aus München, Linz und Zürich sowie dem Dokumentarfilmer und Autor Robert Höltner begründete seine Entscheidung für das Projekt aus Köln unter anderem folgendermaßen:

Prof. Guido Knopp, ZDF:
"Mit ihrem historischen Projekt "Navajos und Edelweißpiraten - Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933-1945?" schlägt Köln eine Brücke zwischen heutiger Jugend und der Generation der Groß- und Urgroßeltern. Das Zeitzeugenprojekt "Erlebte Geschichte" sammelt die Erfahrungen der älteren Bürger Kölns während der Jahre des Nationalsozialismus und arbeitet damit ein wichtiges Stück Stadtgeschichte auf. Mit den Musikprojekten, der Neu-Interpretierung der historischen Lieder durch zeitgenössische Musiker und dem "Edelweißpiratenfestival", gelingt es, junge Kölner anzusprechen und für die Geschichte ihrer Stadt zu interessieren."

Helmut Markwort, FOCUS:
"Das doppelte Anliegen des Projekts der Stadt Köln nimmt den Zuschauer/Zuhörer/Leser und Wanderer für das Projekt ein. Viel zu wenig erfahren wir, dass es auch im Dritten Reich junge Menschen gab, die sich dem Druck des Regimes widersetzten. "Navajos" und "Edelweißpiraten" lebten nicht angepasst, sie verweigerten sich den Regeln und Normen der Hitlerjugend. Die Recherchen zum Widerstand der jungen Leute von damals zeigen aber auch, dass solches Verhalten nicht an eine bestimmte Epoche gebunden ist. Der Drang nach Freiheit ist vielmehr ein zeitloses Phänomen der Jugend.
Ausstellungen, Internetauftritt, Musik und Edelweißpiratenfestival, Zeitzeugenerinnerung und Wanderungen im Stadtteil Ehrenfeld vermitteln das Gefühl, die Haltung, den Willen und die Kraft der Jugendlichen von damals."

Prof. Nada Boskovska, Uni Zürich:
"Das Kölner Projekt hat mit der Untersuchung der Jugendbewegungen in der NS-Zeit einen innovativen Forschungsbereich betreten, der gleichzeitig via Websites, Musikprojekt, Konzerten usw. publikumswirksam umgesetzt wird. Vor allem begrüßenswert ist der Ansatz, die heutige Jugend anzusprechen und sie auch aktiv und intensiv in die Auseinandersetzung mit einzubeziehen."

Robert Höltner:
"Das Kölner Projekt überzeugt in mehrerer Hinsicht. Ungewöhnlich ist bereits der inhaltliche Ansatz: Die Projekte rücken die Situation von Jugendlichen unter der Nazi-Herrschaft ins Blickfeld. Sie thematisieren Aspekte der Geschichte der deutschen Jugendbewegung, dokumentieren aber auch, wie junge Menschen in dieser Zeit eine neue, kreativ-widerständige Jugendkultur schufen. Das Projekt überzeugt weiterhin durch eine Vielzahl von - teilweise wohltuend unakademischen - Präsentations- und Aktionsformen. Diese zeichnen sich nicht zuletzt durch eine temperamentvolle populärkulturelle Erdung und unverkrampfte Intergenerativität aus, was gerade jungen Menschen in der heutigen Zeit den Zugang zur Thematik erleichtert.
Der Mix aus solider Dokumentation und Recherche einerseits, der unkonventionellen Popularisierung andererseits könnte für die Geschichtsarbeit anderer Kommunen durchaus beispielgebend sein. Das Projekt weist Kontinuität und Nachhaltigkeit auf."

Dr. Andreas Weinek, Geschäftsführer von THE HISTORY CHANNEL Deutschland:
"Die enorme Resonanz und die Qualität der Einsendungen zeigen, dass der History-Award auf dem besten Wege ist sich in Deutschland als Geschichtspreis zu etablieren."

www.thehistorychannel.de/award/award_2006.php
www.thehistorychannel.de/award/award_wiederver.php