News & Events



Mittwoch, 26.10.2011
"JAZZ & WINE"

Mittwoch, 26.10.2011, Salon De Jazz (Südstadt), 21h (Einlass 20:45h)
Eintritt frei, Spenden erbeten
wegen begrenzter Platzkapazität wird um Reservierung gebeten

Begegnungen Szene 1
Nach der tiefsinnigen und erfolgreichen Auseinandersetzung des TWIN Projekts "Im Schoß Der Erde" ("Nel Grembo Della Terra"), das im Rahmen von Ruhr 2010 maßgeblich von Alessandro Palmitessa und Geremia Carrara erarbeitet wurde und von einem hochkarätigen Ensemble u.a. unter der Mitwirkung von Laia Genc in Deutschland und Italien aufgeführt wurde, gehen Alessandro Palmitessa und Laia Genc ein weiteres gemeinsames Projekt an.
Die Idee von Alessandro Palmitessa und Laia Genc ist es, mit Gästen aus aller Welt immer wieder in neuen und herausfordernden Kombinationen zu arbeiten. Wenn es möglich ist, Musiker einzuladen, mit denen man sonst nicht alle Tage die Gelegenheit hat zu musizieren. Je nach Zeitlage die Gunst der Stunde zu nutzen und der Begegnung den Raum zu geben, sich zu entfalten. Zusammen mit Drori Mondlak, der umtriebig weltweit als versierter Jazzdrummer unterwegs ist und in Köln einigen aus dem Projekt KLARO! in Zusammenarbeit mit Karolina Strassmayer bekannt sein wird, geht es auf zur ersten Szene der Begegnungen.Diese erste Begegnung steht unter dem Motto "Joker". Unser Gast gibt sich erst zu Beginn des Konzertes zu erkennen. Und er ist unser Joker! Soviel sei gesagt: Er ist ein vielgefragter Bassist aus Italien und spielt mit der Creme der aktuellen Jazzszene und das sei nicht untertrieben. Unser Gastgeber des Abends ist der Salon De Jazz, der unsere wirklich spontane Anfrage nach einem Konzerttermin ebenso spontan angenommen hat. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Salon De Jazz, genau diesen Raum für spontane Kreativität zu bieten!
Wir werden einen schönen Wein vorbereiten, so daß sich zu einem entspannten Musikgenuß noch die ein oder andere Gaumenfreude hinzugesellt. Da dieser Abend ein kleines aber feines Event ist, bitten wir aus organisatorischen Gründen alle diejenigen, die wirklich kommen wollen, einen Platz zu reservieren. Es können maximal 35 Menschen unseren feinen Klängen lauschen.

Konzert Ort:
Salon De Jazz
Severinskloster 3a.
50678 Köln

Reservierungen bitte an: palmi_ale@hotmail.com

Wir freuen uns auf Euch, auf unseren Joker, auf die Musik, auf den Abend!
Viele Grüße von Laia und Alessandro.


Mittwoch 12. Oktober 19.30 Uhr
INTERKULTURELLE WOCHE KOELN 2011
-Köln Südstadt-

Vernissage zur Fotoausstellung "10 Jahre - Gedanken malen Bilder - Fortsetzung folgt"

Gespräche und Erzählungen mit Pfarrer Hans Mörtter, Alessandro Palmitessa, MenschenSinfonieOrchester und special guests!

Jubiläumsausstellung des MenschenSinfonieOrchesters: 18 Musiker, aufgeteilt auf Perkussion, Bass-Gruppe, Klavier, Blasinstrumente und Gesang gestalten mit Verve den typischen Orchesterklang. Sie spielen Jazz und Folk, im klassischen Sinne "Weltmusik". Die Texte und das breite musikalische Spektrum sind Ausdruck der unterschiedlichen kulturellen Herkünfte der Musiker, die im Sinne einer Art "musikalischer UNO" nahezu alle Kontinente vereinen.

Veranstaltungsort:
Vringstreff e. V.
Im Ferkulum 42
50678 Köln
Tel. 0221 278 56 56

Info-Webseite 
www.menschensinfonieorchester.de  
www.vringstreff.de 


28.06.2011
"Würde und Heimat wiedergegeben"
Menschensinfonieorchester feierte sein zehnjähriges Bestehen

Kölnische Rundschau, Di. 28. Juni 2011, Nummer 147
Von Hans Peter Brodöffel
(Foto: Meinseberg)

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24.06.2011
"Sommerblut"-Festival
Konzert des Menschensinfonieorchesters

"[...] Die beste Stimmung jedoch brachte das MenschenSinfonieOrchester ins ausverkaufte Haus. Ihren undefinierbaren, doch locker-flotten Rhythmen, irgendwo zwischen Weltmusik und Kölschen Tön, konnte sich kaum ein Tanzmuskel langfristig entziehen. [...]"

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24.06.2011
Zehn Jahre Menschensinfonieorchester in Köln - WDR Nachrichten

Seit zehn Jahren probt in der Kölner Südstadt ein ungewöhnliches Orchester: Das 17-köpfige Ensemble des Menschensinfonieorchesters...

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24.06.2011
Deubner-Stiftung setzt sich für das Menschensinfonieorchester ein.

Das Menschensinfonieorchester, eine einmalige Vereinigung obdachloser und nicht-obdachloser Musiker, stand vor dem Aus. Ein solches Projekt musste gerettet werden. Deshalb setzte sich die Deubner-Stiftung für eine effektive Unterstützung ein.
Mit einer Spende Kölner Bürgerinnen und Bürger in der Höhe von 12.000 EUR, initiiert von der Deubner-Stiftung, ist der Fortbestand des Menschensinfonieorchesters, der einzigartigen Vereinigung obdachloser und nicht-obdachloser Musiker, gesichert. Die Stiftung beteiligt sich daran mit einem namhaften Betrag.

MenschenSinfonieOrchester - Jubiläumskonzert 24. Juni 2011, 19.30 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum

http://www.deubner-preis.info 


24.06.2011
10 Jahre MenschenSinfonieOrchester
MSO feiert mit Gästen und spielt Jazz, Folk und Weltmusik

Das MenschenSinfonieOrchester wird zehn Jahre alt und gibt ein Jubiläumskonzert mit Special Guests am Freitag, 24. Juni, ab 19.30 Uhr im Rautenstrauch-Joest-Museum. Zu hören sind Jazz, Folk und Weltmusik.
16 Musiker und Musikerinnen singen seit zehn Jahren eigene Texten und spielen Perkussion, Teekisten-Bass, Klavier und Blasinstrumente. Die Idee zur Gründung des MSO hatte der italienische Berufsmusiker Alessandro Palmitessa im Jahr 1999: Für "obdachlose" und "nicht obdachlose" MusikerInnen sollten die Rahmenbedingungen geschaffen werden, professionell zu musizieren. Zusammen mit Pfarrer Hans Mörtter von der Lutherkirche in der Kölner Südstadt wurde diese Idee weiter entwickelt. Anfang 2001 gründeten Alessandro Palmitessa und Hans Mörtter offiziell das MenschenSinfonieOrchester. Mittlerweile hat das "MSO" seine zweite CD herausgebracht: "Balla con me" - Tanz mit mir". Es wurde unter vielen hundert Bewerbern ausgesucht und durfte 2007 mit insgesamt sechs Konzerten an der künstlerischen Gestaltung des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Köln mitwirken. Für die dritte CD sind schon alle Stücke bereit. Es werden aber noch Sponsoren gesucht. Die Veranstalter bitten um Anmeldung unter suedstadt.leben@koeln.de.

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24.06.2011
Gute Musik als Integrationshilfe
MEDIATHEK - WDR.de

Vor zehn Jahren gründete der italienische Jazz-Musiker Alessandro Palmitessa mit Obdachlosen und Berufsmusikern in Köln das Menschen-Symphonie-Orchester. Palmitessa setzte auf gute Musik. Vielleicht einer der Gründe, waurm das soziale Projekt nun sein Jubiläum feiern kann.

Ein Beitrag von Marcela Drumm, 24.06.2011 


24.06.2011
"Zehn Jahre Menschensinfonieorchester"

Köln (epd). Das Kölner Menschensinfonieorchester (MSO) mit obdachlosen Musikern blickt auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Bei der Gründung des Ensembles aus Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung sowie bürgerlich lebenden Musikern habe damals niemand für möglich gehalten, "dass diese Kombination unterschiedlicher Lebensweisen funktioniert", sagte der evangelische Pfarrer Hans Mörtter dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe). Das sei ein Querschnitt, der sich sonst selten begegne und für den die Gesellschaft nur wenig Raum biete, sagte Mörtter, der das Ensemble zusammen mit dem Musiker Alessandro Palmitessa ins Leben rief. Es gebe immer wieder ein Auf und Ab im Orchester. "Krisen einzelner Mitglieder wirken sich natürlich auf die gesamte Gruppe aus." Aber die Musik verbinde die Menschen über alle Grenzen hinweg, niemand werde aufgegeben, "alle haben sich gegenseitig im Blick".
Das MSO spiele "Weltmusik, die in keine Schublade passt und von internationalen Einflüssen lebt", erläuterte Mörtter. Es gebe iranische und afrikanische Elemente und individuelle Erfahrungen, die in die selbst geschriebenen Stücke mit einfließen. Für die Produktion der mittlerweile dritten CD mit eigenen Stücken werde noch ein Sponsor gesucht, sagte der Pfarrer an der Lutherkirche in der Südstadt. Das Menschensinfonieorchester hat bereits zwei CDs veröffentlicht. Auf der ersten sind Helmut Zerlett und Markus Stockhausen als Gastmusiker zu hören, die zweite erschien unter dem Titel "Balla con me - Tanz mit mir".
Das Menschensinfonieorchester wollte am Freitagabend im völkerkundlichen Rautenstrauch-Joest-Museum mit einem Jubiläumskonzert sein zehnjähriges Bestehen feiern. Das bundesweit in der Form wohl einmalige Orchester probt regelmäßig und unter professionellen Bedingungen. Es ist an den kulturellen Förderverein Südstadt-Leben der evangelischen Lutherkirche angebunden. Das MSO ist häufig auf Live-Konzerten zu hören und wirkte unter anderem mit sechs Konzerten an der musikalischen Gestaltung des 31. evangelischen Kirchentages in Köln 2007 mit.
epd-West fri spi

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24.06.2011
SCALA -Sendung vom 24.06.2011, 12:05 bis 13:00 Uhr
"Alles Individualisten hier"
Zehn Jahre MenschenSinfonieOrchester

Es ist wohl eines der ungewöhnlichsten Symphonieorchester Deutschlands. Als der italienische Jazz-Musiker Alessandro Palmitessa vor 10 Jahren in Köln das Menschen-Symphonie-Orchester gründete, zusammen mit Obdachlosen und Berufsmusikern, hätte kaum jemand geglaubt, dass das Ganze mehr als ein engagierter Sozialhilfe-Versuch sein würde. Alessandro Palmitessa hat aber im Gegenteil auch an gute Musik gedacht. Ein Grund, warum sein Projekt im Gegensatz zu vielen anderen Musik-Projekten immer noch besteht und erfolgreich ist. Einfach war es nicht immer und auch heute noch ist jede Probe eine Herausforderung. Doch als Jazz-Musiker ist Palmitessa ein Freund der Improvisation und als Kind einer süditalienischen Großfamilie, so der Orchesterleiter, sei er an lauthalse Debatten gewöhnt.

Autor/in: Marcela Drumm
Redaktion: Heidi Schüder

BEITRAG VON MARCELA DRUMM 


24.06.2011
WDR.DE
"Zehn Jahre Menschensinfonieorchester"

"Seit zehn Jahren probt in der Kölner Südstadt ein ungewöhnliches Orchester: Das 17-köpfige Ensemble des Menschensinfonieorchesters besteht aus Straßen- und Profimusikern sowie aus musikliebenden "Normalos" -"Die Proben finden in den Räumlichkeiten der Kölner Luther-Kirche statt. Pfarrer Hans Mörtter begleitet das Projekt von Beginn an. Ein Orchester, in dem auch Alkoholiker und Junkies spielen - "das kann nicht funktionieren", hatten ihm anfangs vor allem Sozialarbeiter prophezeit, erinnert er sich." "Die Idee zur Gründung des Menschensinfonieorchesters hatte der Profimusiker Alessandro Palmitessa. Vorbild war das "Orchestra di Piazza Vittorio" in Rom. Dort taten sich arbeitslose Musiker zu einem Ensemble zusammen..."

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22.06.11
Jubiläumskonzert in Museum

Zum zehnjährigen Bestehen gibt das Menschensinfonieorchester am Freitag, 24. Juni, um 19.30 Uhr ein Konzert im Rautenstrauch-Joest-Museum. Der Eintritt ist frei, aber der Platz begrenzt. Geleitet wird das Konzert von Alessandro Palmitessa, musikalischer Chef des Ensembles, das weit über Kölns Grenzen Bekanntheit und Anerkennung erlangt hat.

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22.06.11
Menschensinfonieorchester - "Jeder bringt Erfahrungen mit ein"

ksta.de, Köln

Pfarrer Hans Mörtter Seit zehn Jahren existiert das Menschensinfonieorchester; dort spielen Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung zusammen mit ganz bürgerlich lebenden Musikern. Wir sprachen mit dem Südstadt-Pfarrer und Mitgründer Hans Mörtter.

Südstadtpfarrer Hans Mörtter
Hans Mörtter ist seit 1987 Pfarrer an der evangelischen Lutherkirche. 2001 gründete er zusammen mit dem Musiker Alessandro Palmitessa das Menschensinfonieorchester. (Bild: Worring)

Südstadt - Seit zehn Jahren existiert das Menschensinfonieorchester. Haben Sie mit solch einer Lebensdauer gerechnet?

Pfarrer Hans Mörtter: Das hat damals niemand für möglich gehalten, dass diese Kombination ganz unterschiedlicher Lebensweisen funktioniert. Im Orchester spielen Menschen mit Obdachlosen- und Drogenerfahrung zusammen mit ganz bürgerlich lebenden Musikern. Das ist ein Querschnitt, der sich sonst selten begegnet und für den die Gesellschaft nur wenig Raum bietet.

Welche Musik spielt das Orchester denn?

Mörtter: Es ist Weltmusik, die in keine Schublade passt und von internationalen Einflüssen lebt. Es gibt iranische Elemente, afrikanische, jeder bringt seine individuellen Erfahrungen in die selbst geschriebenen Stücke mit ein. Wir haben zum Beispiel einen genialen Gitarristen mit einer klassischen Musikerausbildung, der im Iran gefoltert wurde. Seine persönlichen Gefühle und Erfahrungen spiegeln sich selbstverständlich auch in der Musik wider.

Aber es gibt vermutlich Herausforderungen, die nicht nur musikalischer Art sind?

Mörtter: Klar, es gibt immer wieder ein Auf und Ab im Orchester. Krisen einzelner Mitglieder wirken sich natürlich auf die gesamte Gruppe aus. Das muss man dann angehen und in den Griff kriegen. Aber die Musik verbindet die Menschen über alle Grenzen hinweg, niemand wird aufgegeben, alle haben sich gegenseitig im Blick. Die Bewältigung solcher Krisen ist oft ein langer Weg, aber dass man ihn geht, gebietet die Achtung vor dem Potenzial des Einzelnen.

Wann gibt es etwas Neues vom Menschensinfonieorchester zu hören?

Mörtter: Wir haben die Lieder für eine dritte CD zusammen. Uns fehlt nur noch ein Sponsor für die Produktion.

Das Gespräch führte Matthias Pesch

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22.06.2011

La Menschensinfonieorchester Nata dieci anni fa da un'idea del jazzista pugliese Alessandro Palmitessa, la Menschensinfonieorchester é l'unica orchestra in Germania che unisce, non solo i popoli ma anche persone di diversa estrazione sociale. Diciotto musicisti, professionisti e non, s'incontrano nella sala della parrocchia della Martin-Luther Kirche nel quartiere Südstadt di Colonia per suonare insieme seguendo con attenzione le indicazioni del loro direttore d'orchestra. Ci sono il senzatetto e il percussionista marocchino, l'insegnante e lo studente. Il progetto á stato realizzato grazie alla tenacia di Alessandro Palmitessa e all'appoggio del pastore evangelico Hans Mörtter. La Menschensinfonieorchester ha all'attivo due produzioni discografiche, un terzo disco é in preparazione e tante sono le esibizioni dal vivo. Tiziana Caravante á andata alla prova generale in vista del grande concerto di venerdé 24 giugno al Rautenstrauch-Joest Museum di Colonia.

Ascolta il servizio di TIZIANA CARAVANTE
RADIO COLONIA
WDR FUNKHAUSEUROPA (In Italiano)

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14.06.2011
Das Menschensinfonieorchester - Ein Hilferuf
von Jens Rosskothen (MEINE SÜDSTADT)

Zuerst war da nur eine Idee...

1999 kreiste diese Idee in Kopf und Herz des Profimusikers Alessandro Palmitessa: Die Gründung eines Orchesters für obdachlose und nicht obdachlose Menschen. Und so ist da auch bei mir nur eine Idee, als ich an einem dieser schweißtreibenden Julitage Alessandro Palmitessa in einem schattigen Cafe treffe. Mich selbst als Musiker bezeichnend, weiß ich vom Menschensinfonieorchester höchstens, daß es existiert. Und mir gefällt der Name. Ebenso wie der Name des musikalischen Leiters und Arrangeurs Alessandro Palmitessa. Das klingt in meinem rechten Ohr nach südeuropäischer Leichtigkeit und in meinem linken nach dramatischer Oper. Und zwischen diesen Ohren nimmt ein Gedanke Form an, je länger Alessandro Palmitessa von seiner Idee, deren Umsetzung und den momentanen existentiellen Problemen erzählt: Ich möchte dieses Orchester spielen hören! Und so begebe ich mich an einem anderen heißen Julitag zum Sommerfest der südstädtischen Lutherkirche. Hier fand die Idee ihre Realisierung. Zusammen mit dem Pfarrer Hans Mörtter entwickelte Alessandro Palmitessa seinen Grundgedanken weiter, und die beiden gründeten Anfang 2001 offiziell das Menschensinfonieorchester. Und nun sitze ich an diesem Sonntag im Innenhof der Lutherkirche an einer Bierbank, umringt von kulinarischen Raffinessen, auf der Bühne die unterschiedlichsten Instrumente und ertappe mich, wie ich nach Mitgliedern des Orchesters Ausschau halte. Menschen, die aus dem sozialen Gefüge gestolpert sind, und die ich klischeehaft und mit distanziertem Blick meine, erkennen zu können. Und genau das ist es nicht.

Längst reduziert sich das Ensemble des Menschensinfonieorchesters nicht mehr nur auf Obdachlose und "Dach über dem Kopf"-Glückliche. Es geht um viel mehr. Das Orchester ist mittlerweile musikalischer Treffpunkt verschiedenster Menschen. Viele haben sicherlich den vermeintlich sozialen Boden unter den Füßen verloren, auf die ein oder andere Weise. Doch dieser soziale Boden kann sich auch auftun, wenn das Dach über dem Kopf noch da ist. Der Übergang zur sozial integrierten Normalität ist fließend. Und so war es Alessandro Palmitessa schon in unserem vorangegangenen Gespräch sehr daran gelegen, die persönlichen Schicksale der einzelnen Orchestermitglieder nicht zu vertiefen. Sicherlich verleihen diese Schicksale dem Orchester sein einzigartiges Gesicht. Obdachlose, Folteropfer, Asylsuchende, und von Krankheit oder Sucht ehemals oder immer noch Betroffene spielen zusammen mit von solch Schicksal scheinbar verschonten, "normalen" Menschen. Doch gerade diese Unterscheidung verleitet zu einem wohlig distanzierten Blick. Die Reduzierung auf Einzelschicksale verhindert ängstlich die Sicht auf das Wesentliche, schon im Namen des Orchesters Verankerte: Es sind Menschen, die hier Musik machen. Und, liebe Güte, wer bin ich, zu denken, davor gefeit zu sein, aus dem sozialen Miteinander zu kippen. Ein plötzlicher Schicksalsschlag, und die anerkannte, tägliche Flasche teuren Weins wird zum billigen Fusel. Teufelskreise gibt es überall, Süchte beherrschen nicht nur die vermeintlich selbstverschuldeten Außenseiter.

Das alles rast mir durch den Kopf, als das Orchester die Bühne betritt. Gitarren, Schlagzeug, Bass, Klavier, Percussion, Bläser, Gesang, und ein selbstgebauter Kistenbass. Als das aus 18 Musikern bestehende Orchester loslegt, fällt mir auf: Die sind ja richtig gut! Zwischen Rock, Blues, Funk und sogenannter Weltmusik entwickelt sich eine Dynamik, die mitreißt. Von den Musikern und Alessandro Palmitessa komponierte und von ihm auch arrangierte Stücke überzeugen durch ihr musikalisches Niveau. Und so sitze ich wippend auf meiner Bierbank, froh darüber, daß mir das letztlich Wesentliche an dieser Geschichte sehr gefällt: Die Musik. Diese professionelle Musik, die sich ohne mitleidiges Publikumsverständnisgrinsen hören lassen kann. Denn es ist ein Wechselspiel von Musik und Menschlichkeit. "Die Menschen sind die Sinfonie", sagt Alessandro Palmitessa, und das rockt.

Und an diesem Punkt komme ich zum ursprünglichen Grund dieses Artikels. Vielleicht rockt es nicht mehr lange! Denn das Menschensinfonieorchester, das sich nächstes Jahr zum 10-jährigen Bestehen selbst feiern könnte, steht am finanziellen Abgrund. Obwohl die Medien teilweise großes Interesse zeigten, das Magazin GEO über das Orchester ebenso berichtete wie ZDF und WDR, und bekannte Musiker wie Helmut Zerlett, Markus Stockhausen und Klaus der Geiger bei der ersten CD mitwirkten, ist die Zukunft mehr als ungewiss. Verwunderlich, so möchte ich meinen. Denn dieses musikalische und menschlich-soziale Konzept ist einzigartig. Insofern könnte das Menschensinfonieorchester ein stolzes Aushängeschild unserer Stadt sein. Doch dafür braucht es Sponsoren. Es braucht namhafte Musiker, die eventuell aus der Südstadt stammen und, "back to the roots", regelmäßig mit geringem Zeitaufwand ihre Werbewirksamkeit in das Orchester schmeißen, dezent und im Sinne der Idee. Alessandro Palmitessa würde sich so etwas wünschen, denn der finanzielle Druck ist mittlerweile so groß, daß er als professioneller Musiker andere Engagements annehmen muß. Für das Orchester benötigt er jedoch seine ganze Kraft und Inspiration. In dieser Situation schlägt es einem bei der leidlichen Frage, wie man den Bus zum nächsten Auftrittsort bezahlen soll, dann gänzlich die Beine weg. Wie in jeder Beziehung, müßte der finanzielle Hintergrund einigermaßen gesichert sein, um im Vordergrund leidenschaftlich agieren zu können. Es braucht also Sponsoren und engagierte Einzelpersonen.

Vielleicht erscheint das bunte Klientel des Menschensinfonieorchesters manchen nicht werbewirksam genug. Wo mit anderen schicksalsgeprägten Menschen vom Werbeplakat gelächelt wird, scheinen die Musiker dieses Orchesters zu sehr Spiegel unserer eigenen Ängste, als daß man mit beruhigender Distanz Mitleid pflegen könnte. Doch dieses einzigartige Projekt braucht kein Mitleid, es braucht Geld. Und so endet mein Artikel höchst emotional. Denn dieses vor fast 10 Jahren von Alessandro Palmitessa und Hans Mörtter ins Leben gerufene Projekt hat mich überzeugt und bewegt. Eine Plattform, auf der sich die grenzüberschreitende Vielfalt des menschlichen Daseins begegnet, um das zu praktizieren, was Verständigung seit je am ehesten ermöglicht hat: Musik!

Solch ein Projekt muß gerettet werden.

Zum Artikel 


28.05.2010
Konzert des Menschensinfonieorchesters
Gastspiel im Kulturfinale des "Sommerblut"-Festivals

Das Menschensinfonieorchester gastiert am Samstag, 28. Mai, ab 20 Uhr im Kulturfinale des "Sommerblut"-Festivals im Alten Pfandhaus, Kartäuserwall 20. Der Eintritt kostet 15 Euro an der Abendkasse und 12 Euro im Vorverkauf. Der evangelische Südstadtpfarrer Hans Mörtter und der italienische Profimusiker Alessandro Palmitessa haben das Orchester 1997 ins Leben gerufen. Die Idee, die dahinter steckt, ist, die Musik als verbindendes Element zwischen Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, mit oder ohne Wohnung, mit oder ohne Arbeit, zu nutzen.

Zur Meldung 


Freitag, 20. Mai, 19.30 Uhr
"Kölns Kultur ist vielseitig"

Volkshochschule Köln in Kooperation mit "Kulturen in Köln e.V."

Nach der Vorstellung der aktuellen Studie "Kölner Kultur Kartographie" diskutieren die Vorsitzende des Kulturausschusses, Frau Dr. Eva Bürgermeister, Frau Professor Keuchel, Direktorin des Zentrums für Kulturforschung Bonn, Herr Dr. Schmidt-Werthern, Kulturamtsleiter und die Kulturschaffenden Alessandro Palmitessa und Elissavet Hasse, die Ergebnisse der Studie, und reflektieren über die Bedeutung der "Akademie der Künste der Welt" im Zusammenhang mit dem "Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft".

Im Gespräch:
Dr. Eva Bürgermeister, Vorsitzende des Kulturausschusses
Professor Susanne Keuchel, Direktorin des Zentrums für Kulturforschung Bonn
Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Kulturamtsleiter
Elissavet Hasse und Alessandro Palmitessa, Kulturschaffende
Moderation: Hans-Georg Lützenkirchen

Freitag, 20. Mai, 19.30 Uhr
Forum Volkshochschule im Museum
Cäcilienstrasse 29-33
50667 Köln

Weitere Informationen:
Andrea Pohlmann-Jochheim:
Tel. (0221) 221-93580
E-Mail: andrea.pohlmann-jochheim@stadt-koeln.de


31.01.-03.02.2011



18.01.2011

Twins eine Erfolgsgeschichte
Link des Artikel: http://en-mosaik.de/?cat=745 

"Das grandiose Konzert
...Das Konzert im zweiten Teil des Abend machte einerseits die Verbundenheit der verschiedenen ehemaligen Kohlereviere deutlich und anderseits wurde klar die Menschen und ihre Lieder spiegeln den Zusammenhalt innerhalb und zwischen den Regionen wieder. Der Reigen aus dreizehn Liedern der beiden ehemaligen Bergbauregionen Ruhrgebiet und Sardinien, vertreten durch die Städte Oberhausen und Carbonia/Iglesias, gab allen Anwesenden das Gefühl von "ich bin zu Hause". In ihrem Konzert "Im Schoß der Erde - Nel Grembo della Terra" brachte das Quartett mit zwei Frauenstimmen in sardischer und deutscher Sprache die Lieder nicht nur zu Gehör, denn mehr noch zu den Herzen der Anwesenden.

Die beiden Sängerinnen Elena Ledda (Sardinien) und Agnes Erkens (NRW) hatten zusammen mit der Pianistin Laia Genc und Alessandro Palmitessa (Saxophon/Klarinette) die Lieder beider Regionen neu arrangiert. Mit den verwendeten Hintergrundfotos waren die bestehenden Brücken für alle hautnah wahrnehmbar.
Es bleibt zu hoffen, ob dieses Konzert im Jahr Eins nach 2010 nochmals in der Metropole Ruhr aufgeführt wird oder auf einem Tonträger für die Zukunft gespeichert wird."

Wer gerne nochmals etwas zu den einzelnen Veranstaltungen und Projekten wissen möchte, der kann dies nachschlagen unter:
Twins, Ruhr 2010 
Im Schoß der Erde, Programm 


14.01.2011

Finale der Geschwister
von Andreas Rödig aus Duisburg | am 07.01.2011 | LOKAL KOMPASS DUISBURG 

"Kulturschaffende aus insgesamt 257 Städten in 39 Ländern aus vier Kontinenten zeichnen verantwortlich für TWINS, dem Europa-Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Das Gesamtprogramm war so vielfältig und umfangreich, dass es nicht nur buchstäblich kaum zu fassen war: 100 zukunftsweisende Ideen und Projekte mit mehr als 1700 Mitwirkenden. Der große Projekterfolg von TWINS ist nicht nur ein guter Grund zu feiern, von dem Erlebten zu erzählen und Danke zu sagen, sondern auch Rückblicke und Ausblicke zu halten. Daher laden wir Sie herzlich ein zum TWINS-Finale am Freitag, 14. Januar, um 17 Uhr, Gebläsehalle & Foyer, Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg," berichtet Clemens Baier von der Ruhr2010.

Im Schoß der Erde Nel Grembo della Terra

Im Zusammenarbeit mit der Stadt Oberhausen, Carbonia, Iglesias, Theater Oberhausen, Stadt Gelsenkirchen, Consol Theater Gelsenkirchen- Italienisches Kulturinstitut Köln, Twins/Ruhr 2010

Lieder aus dem Bergbau
Canti delle Miniere
Quartett mit zwei Frauenstimmen in sardischer und deutscher Sprache
Elena Ledda, Sardegna (I)/ Agnes Erkens (D) / Laia Genc (D) / Alessandro Palmitessa (I/D)

Die berühmte sardische Sängerin Elena Ledda mit ihrer eindrucksvollen Stimme und eine internationale Künstlergruppe aus NRW mit Agnes Erkens (Gesang), Laia Genc (Klavier) und Alessandro Palmitessa (Saxophon und Klarinette) arrangieren für das Programm der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010 ein bedeutendes und einmaliges Musikprogramm mit Elementen von Klassik, Weltmusik, Volksmusik und Jazz. Mit neuen Musikarrangements, eigenen Kompositionen, vertonten Gedichten von sardischen und deutschen Bergarbeitern sowie Projektionen von Fotos über die Arbeit im Bergbau bietet das Programm eine Konzertreise von Sardinien nach Deutschland, bis ins Ruhrgebiet.


14.01.2011

Die Kulturhauptstadt

Ruhr.2010 hat am 18. Dezember 2010 ihren Abschluss gefeiert, doch ein Teilprojekt verdient besondere Aufmerksamkeit, die TWINS. Die 53 Städte im Ruhrgebiet haben über 200 Partnerstädte in Europa. Diese haben 500 Kulturprojekte eingereicht, die sich um Theater, Tanz, Musik, Sprache, Bilder und den Mythos Ruhr drehten. Eine Jury wählte 2008 daraus 100 Projekte aus, von denen dann 97 tatsächlich realisiert wurden. Dazu gehörten u. a. das Varieté de la vie mit Brechts Drama Fatzer, der Designkiosk Ruhr, das Lichtkunstfestival "Ruhrlights", die Stadt der Zukunft "The Third Eye" oder der "Flying Grass Carpet" in Essen. Ganz besonders die "Seven Europeans Gardens", die es ermöglichen, aus natürlich gewonnenen Farben diverse Produkte herzustellen, verzeichneten einen weltweiten Erfolg.
Selbst in Afrika stoßen die Pflanzen, aus denen diese Farben gewonnen werden können, auf Interesse. Die Orgellandschaft Ruhr war ebenfalls sehr erfolgreich. Zu den mehr als 400 Konzerten kamen 48.000 Besucher. 30% der Projekte werden in der Region oder in den Partnerstädten weiter fortgesetzt.

Zum Abschluss feierten die Beteiligten ihren Erfolg mit einem netten Abend in den Gebläsehallen im Landschaftspark Duisburg-Nord. Einige Projekte wurden von ihren Machern noch einmal ausführlich vorgestellt. Die Bilanz fiel positiv aus. 2,5 Mio. EUR aus dem Etat der Kulturhauptstadt plus weitere 4,8 Mio. EUR sonstiger Zuschüsse waren gut angelegt.

Zum Abschluss gab es eine hörenswerte Neuauflage eines Oberhausener Projektes: Im Schoß der Erde. Sardinen war, was kaum einer weiß, ein Zentrum des Bergbaus. Von den vielen Zechen ist dort heute kaum noch etwas zu sehen. Die ausgebildete Opernsängerin Elena Ledda gilt derzeit als die bekannteste und erfolgreichste Sängerin in sardischer Sprache. Sie präsentierte musikalisch die Bergbaugeschichte ihrer Heimat in ihrer ganz eigenen Sprache und Art. Dazu stand die Sopranistin Agnes Erkens auf der Bühne. Sie interpretierte Bergmannslieder aus der Ruhrregion. Begleitet wurden beide hervorragend von Laia Genc am Klavier und Alessandro Palmitessa am Saxophon und an der Klarinette. In begleitenden Einspielfilmen mit historischen Bergbau-Impressionen wurden die Gemeinsamkeiten der beiden Regionen verdeutlicht. Es wurde ein stimmungsvoller Abend mit netten Gesprächen und interessanten, kulturellen Beiträgen.

Weblink 


14.01.2011

"Lieder aus dem Bergbau"

Fotos von Roberto Manzi am 14.01.2011
"Lieder aus dem Bergbau" TWINS/RUHR 2010 Duisburg Landschaftspark Nord
Fotos bei Picasa